Wie erkenne ich ein gutes Fahrrad?

 

1. Wählen Sie eine gute Marke. Machen Sie unbedingt eine gründliche Probefahrt!

 

2. Wählen Sie ein garagengepflegtes Rad. Es sollte neuwertig aussehen, der Lack sollte kaum Macken haben, die Felgen gerade laufen, die Lager sollten top eingestellt sein. Es sollte leicht sein.

 

3. Lassen Sie sich den Zustand der Kette mit der Kettenmesslehre zeigen. Jeder gute Fahrradladen hat so ein Werkzeug. Die Kette sollte neuwertig sein.

 

4. Das Fahrrad sollte mit einer guten Schalt- Brems- Lager- Gruppe versehen sein. Das sind z.B.: Shimano Alivio, Exage, Nexave, 300LX, 400LX, 500LX, 200CX, 400CX, 700CX, Deore, STX, STX-RC, DX, LX, XT, XTR,

Bei Rennrädern: Shimano RSX, 105, 600, Ultegra, Rekord, Dura Ace, Campagnolo (diverse Gruppen, alle edel)

Es gibt auch hochwertige Gruppen von Sachs und Suntour, diese sind aber nicht so verbreitet.

 

5. Vertrauen Sie einem Fahrradhändler, am Besten dem Fachhandel mit mindestens 15 Jahren Erfahrung.

 

Fahrradkauf ist Vertrauenssache. Wenn Sie ein garagengepflegtes Markenrad für 399 Euro bekommen, das mal neu 1000 Euro gekostet hat, dann machen Sie einen guten Kauf und sparen eine Menge Geld. An ein 80 Euro- Rad hingegen werden Sie in der Regel keine Ansprüche stellen können, das dürfte klar sein.

 

6. Letztlich: Warum nicht einfach ein Rad von Privat oder auf dem Flohmarkt kaufen?

 

Oft kommen Kunden zu uns in den Laden, die erhebliche Probleme mit ihrem Fahrrad haben, und wenn ich dann frage, wo sie das Rad gekauft haben, dann kommt Flohmarkt, Ebay, Radmarkt, von Privat.....

 

Stellt sich dann die Reparatur als kostspielig heraus, erhalte ich oft die Antwort: "Was, 60 Euro, das ist ja mehr, als ich für das Rad gezahlt habe", und sie ziehen lange Gesichter.

 

Man kann Glück haben und auf dem Flohmarkt ein Schnäppchen machen, aber wie wahrscheinlich ist das in Zeiten von Ebay & Co? Wer wird sein 1000 Euro- Rad schon für 50 Euro verscherbeln? Müssen da nicht die Alarmglocken schrillen?

 

So mancher mag dann vielleicht sein Gewissen beruhigen, indem er sagt, "schließlich haben sie mir ja auch mein Rad geklaut, außerdem, vielleicht ist es ja gar nicht geklaut, und wenn schon, was geht mich das an," und sich als glücklicher Gewinner fühlen.

 

Diese Einstellung führt zu Zuständen wie in Amsterdam, wo einem das Rad in der einen Straße geklaut und in der anderen wieder angeboten wird.

Würden die Käufer die Personalien der Verkäufer einfordern, wäre der Diebes- und Hehler- Kreislauf schnell durchbrochen. Unseriöse Verkäufer blocken dies jedoch folgendermaßen ab: "Was, Kaufvertrag? Wir sind hier auf dem Flohmarkt!"

Oder: "Ne, meinen Ausweis? Noch nichts von Datenmissbrauch gehört? Nachher steigt mir noch einer in meine Wohnung!", oder sie füllen einen nichtssagenden Zettel aus, und da das Rad so billig ist, und die Verführung groß, findet sich schnell ein anderer Käufer.

 

Die Antwort auf Frage 6 lautet: Weil Sie in der Regel im Fahrradladen eine ausführliche Probefahrt machen können, ein geprüftes Produkt erhalten, eine größere Auswahl haben, vernünftige Antworten auf Ihre Fragen bekommen und bei Problemen hinterher einen Ansprechpartner haben. Ich denke, das spricht für sich.

 

Also vergleichen Sie bitte nicht Flohmarkt und Privatmarkt mit Fachhandel. Denn bedenken Sie: Erstens fehlt Ihnen meist die Erfahrung, die Spreu vom Weizen zu trennen, und fast noch wichtiger: Selbst wenn der Verkäufer Ihnen seinen Ausweis zeigt, an Diebesgut können Sie kein Eigentum erwerben. Das heißt, bei einer Kontrolle sind Sie der Dumme.

1. Das Rad wird Ihnen abgenommen

2. Es droht ein Verfahren wegen Diebstahl oder Hehlerei

3. Sie kriegen Ihr Geld so gut wie nie zurück

 

Und denken Sie nicht, man könnte sich da so leicht heraus reden nach der Devise: "Och komm, passiert schon nix."  Den Ärger haben am Ende Sie.

 

Deshalb:

Bevor Sie zu vermeintlichen Schnäppchen greifen, Vorsicht!, es ist besser für Ihr Karma und lohnt sich meist nicht. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.

 

 

 


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